Wordy Richtlinien für Lektoren – Deutsch

Für Wordy als Lektor zu arbeiten bedeutet, standardisierte Regeln und Richtlinien anzuwenden, also genau zu wissen, was man tun muss. Umgekehrt weiß ein Kunde genau, was er von Ihrer Arbeit erwarten kann.

Von Ihnen als Lektor für deutschsprachige Texte wird erwartet, dass Ihre Muttersprache Deutsch ist und Sie über ein sehr gutes Wissen bezüglich der Wortwahl, Grammatik, Zeichensetzung im Deutschen sowie der einschlägigen Regelwerke (vor allem DUDEN und DIN 5008) verfügen – und dass Sie dieses Wissen auch professionell anwenden.

Ihre Aufgaben als Lektor umfassen Folgendes:

Überprüfung und ggf. Korrektur der

  • Grammatik,
  • Zeichensetzung,
  • Rechtschreibung,
  • Wortwahl,
  • Konsistenz (vor allem bzgl. der Schreibweisen)
  • sowie des logischen Aufbaus eines Texts.

Das Lektorat für Wordy umfasst NICHT:

  • Jede Entwicklung des Textes (Schreiben), abgesehen von der Prüfung einer konsistenten Struktur
  • das Umformulieren eines Texts oder Ghostwriting
  • (inhaltliche) Kritik oder andere Bewertungen des zu lektorierenden Texts

Die nachfolgenden Richtlinien befassen sich mit:

  • nur den Aspekten der Rechtschreibung, Zeichensetzung etc., die häufig zu Problemen führen sowie
  • der Definition, wo die Grenzen des Eingriffs in einen Text liegen.

Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen zu den vorliegenden Richtlinien haben oder etwas ergänzen möchten, zögern Sie bitte nicht, Kontakt mit Wordy aufzunehmen: [email protected]

Vielen Dank!

Abschnitt 1 Lektorat: eine Checkliste

Bitte stellen Sie sicher, dass die folgenden Aufgaben erledigt wurden:

  • Alle Fehler bezüglich Grammatik, Zeichensetzung, Rechtschreibung und Wortwahl
  • wurden korrigiert.
  • Die verwendete Sprache ist dem Thema, der Zielgruppe und der Situation angemessen, soweit die Hinweise zum Dokument eine entsprechende Einschätzung erlauben. Sollte es keine Hinweise geben, benutzen Sie bitte das Wordy Nachrichtensystem, um diesbezügliche Fragen zu klären.
  • Es wurde Konsistenz hinsichtlich Stil, Argumentation und Format hergestellt.
  • Mehrdeutigkeiten wurden eliminiert.
  • Fragen wurden über das Wordy Nachrichtensystem an den Kunden/Autor weitergeleitet und die Antworten wurden eingearbeitet.
  • Querverweise innerhalb des Texts wurden auf Ihre Richtigkeit geprüft.
  • Die Formatierung der Quellenangaben wurde geprüft.
  • Es wurde sichergestellt, dass die Formatierung der Überschriften, Aufzählungen und anderer Auszeichnungen konsistent ist.
  • Es wurde sichergestellt, dass Abbildungen geeignet und zudem korrekt beschriftet sind.

Bei der Arbeit in Word oder einem anderen Textverarbeitungsprogramm gilt außerdem:

  • Es wurde sichergestellt, dass das Dokument keine Leerzeilen, unbeabsichtigten Leerzeichen oder andere unnötige Leerstellen enthält.
  • Passende Markierungen oder Schlüssel wurden benutzt (falls zutreffend).
  • Die Formatvorlage wurde (falls vorhanden) angewendet.
  • Alle Änderungen wurden aufgezeichnet bzw. verfolgt.

Beim Lektorat einer Website sind zusätzlich zu den genannten Aufgaben folgende Punkte zu beachten:

  • Alle Links wurden überprüft.
  • Es wurde sichergestellt, dass Sätze und Absätze kurz gehalten sind.
  • Alle überflüssigen Wörter (vor allem Füllwörter) wurden eliminiert. Es wird eine einfache Sprache benutzt.

Folgendes gehört nicht zu Ihren Aufgaben:

  • Inhalte prüfen
  • Sich um Rechtsfragen wie z. B. Verleumdung zu kümmern

Abschnitt 2 Konsistenz (strukturell und inhaltlich)

Struktur

  • Der Text sollte logisch aufgebaut sein und einer klaren Argumentation folgen. Wenn dies nicht der Fall ist, weisen Sie darauf hin.
  • Wenn eine grundlegende Umstrukturierung notwendig ist, können konkrete Vorschläge gemacht werden, falls die Lösungen auf der Hand liegen. Anderenfalls reicht es aus, auf das Problem hinzuweisen.
  • Arbeiten von Autorenteams: Stellen Sie Konsistenz innerhalb der Kapitel sicher; eine Konsistenz über die einzelnen Kapitel hinaus ist nicht immer umsetzbar.

Inhalt

  • Stimmt das Inhaltsverzeichnis mit dem Inhalt überein?
  • Sind die laufenden Kopf- und Fußzeilen korrekt?
  • Haben die Überschriften die richtige Ebene?
  • Passen Bildunterschriften zur Abbildung?
  • Stimmen die Abbildungen mit ihrer Erwähnung im Text überein?
  • Stimmen Verweise mit ihrer Erwähnung im Text überein?
  • Sind die Schreibweisen konsistent?
  • Wurden alle unnötigen Wiederholungen eliminiert?

Abschnitt 3 Hausregeln

Abkürzungen

  • Bei der Abkürzung von Einheiten steht in der Regel kein Punkt. Beispiel: kg, km/h, 10 m/s2. Ausnahme: ältere Bezeichnungen wie Pfund (Pfd.) und Zentner (Ztr.).
  • Abkürzungen sollten bei der ersten Erwähnung nur in Klammern genannt werden, nachdem zuvor der ausgeschriebene Name/Titel genannt wurde. Beispiel: Er war Mitglied der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG).
  • Wenn eine Abkürzung allgemein bekannt ist, muss der vollständige Name nicht eingeführt werden. Beispiele können sein: NATO, UN, WDR, ZDF.

Allgemeines

  • Um Wiederholungen zu vermeiden, kann man das Passiv verwenden. Achten Sie jedoch auf die Textsorte, nicht immer ist Passiv angebracht.
  • Benutzen Sie nicht „er“, wenn Sie „er und sie“ meinen oder umgekehrt.
  • Gibt es zu Begriffen eine geschlechtsneutrale Alternative (etwa „Arbeitsstunden“ statt „Mannstunden“), verwenden Sie sie.
  • Verwenden Sie keine diskriminierende Sprache. Im Einzelfall kann es schwierig sein zu
  • beurteilen, ob ein Begriff diskriminierend ist oder nicht, daher an dieser Stelle nur einige
  • allgemeine Hinweise:
  • – benutzen Sie „die behinderte Person“ statt „der Behinderte“
  • – seien Sie sensible im Umgang mit bildhafter Sprache
  • – benutzen Sie „Migranten“, nicht „Ausländer“; benutzen Sie die Begriffe nur, wenn der Kontext es erforderlich macht

Altersangaben

  • ein 21-jähriger Mann, ein 21-Jähriger

Anführungszeichen

  • Verwende Sie Anführungszeichen immer bei Zitaten.
  • Verwenden Sie innerhalb des Zitats dann nur einfache Anführungszeichen.
  • Anführungszeichen können auch bei Titeln verwendet werden, folgen Sie hier dem Stil des Autors/Kunden.
  • Verwenden Sie keine Anführungszeichen, um Wörter hervorzuheben, setzen Sie sie stattdessen kursiv.

@-Zeichen

  • Vermeiden Sie dieses Zeichen im Fließtext.
  • Benutzen Sie es nur dann in Firmennamen, wenn die Firma selbst es macht.

Aufzählungen

  • Aufzählungen können nummeriert oder mit Aufzählungszeichen versehen sein.
  • Der letzte Satz vor der Aufzählung weist in der Regel auf diese hin und endet daher
  • meist mit einem Doppelpunkt.
  • Besteht die Aufzählung aus unvollständigen Satzteilen oder einzelnen Worten, so gilt:
  • - zu Beginn jedes Aufzählungspunktes werden nur Substantive und Namen großgeschrieben
  • - am Ende der Aufzählungspunkte steht kein Satzzeichen
  • Ist die Aufzählung selbst Bestandteil eines ganzen Satzes, so gilt:
  • - Die einzelnen Aufzählungspunkte werden bzgl. der Groß-/Kleinschreibung sowie
  • Zeichensetzung entsprechend behandelt.
  • - Am Ende der Aufzählungspunkte steht dann ggf. ein Komma, nach dem letzten Aufzählungspunkt ein Satzschlusspunkt.

Berufsbezeichnungen

  • Folgen Sie der Berufsbezeichnung, wie Sie von der zuständigen Kammer, Innung etc. vorgegeben wird.

Datums- und Zeitangaben

  • 4:00 Uhr, 16:55 Uhr
  • 04.10.2010 oder 4. Oktober 2010
  • Zeiträume werden in der Regel ausgeschrieben, wenn der Kontext nichts anderes verlangt. Beispiele: eine Stunde statt 1 Std., drei Tage statt 3 Tage.

Firmennamen

  • Folgen Sie der offiziellen Schreibweise der Firma, die Sie z. B. auf deren Website finden.
  • Benutzen Sie nach Möglichkeit eine allgemeine Produktbezeichnung statt eines Firmennamens. Beispiel: Taschentuch statt Tempo, Haftzettel/Haftnotiz statt Post-it
  • Verwenden Sie die Symbole ™ und ® nur, wenn es unbedingt erforderlich ist (z.B. Kundenvorgabe). Die Zeichen werden dann ohne Zwischenraum direkt an das Wort bzw. den Namen angefügt.

Himmelsrichtungen

  • In Abkürzungen von Himmelsrichtungen werden keine Punkte gesetzt. Beispiele: SW, NNO.
  • Bei der Zusammensetzung von Himmelsrichtungen werden sowohl in der substantivischen als auch adjektivischen Verwendung werden keine Bindestriche gesetzt. Beispiele: der Nordwesten, südöstlich

Hoch- und tiefgestellte Zahlen

  • Entfernen Sie unbeabsichtigt hoch- bzw. tiefgestellte Zahlen (z. B. durch die Autokorrektur in Word) wie 1st, 2nd, 3rd.

Internet

  • Lassen Sie in Internetadressen, die mit „www“ beginnen den Zusatz „http://“ weg.
  • Schreiben Sie HTML, nicht html oder Html.
  • Achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Zusammensetzungen mit „E-“ am Anfang, etwa E-Mail, E-Learning usw.
  • Orientieren Sie sich beim Umbrechen langer Internetadressen an dieser Reihenfolge (bevorzugte bis weniger bevorzugte Umbruchstellen)::
  • – nach einem einzelnen Slash (Schrägstrich)
  • – nach „http://”
  • – nach einem Punkt
  • – nach einem Unterstrich
  • – nach einem Bindestrich

Kursivsatz

  • Variablen in der Mathematik werden kursiv gesetzt. Beispiele: x-Achse, x + y = z.
  • Mit Kursivsatz kann man eine besondere Betonung kennzeichnen. Beispiel: Er ging recht ökonomisch mit der Wahrheit um.

Publikationen

  • Orientieren Sie sich bei Titeln von Zeitschriften und Zeitungen an deren eigener Schreibweise. Setze Sie den Titel ggf. kursiv, um ihn als Titel kenntlich zu machen. Beispiele: BILD, Der Spiegel, taz.

Quellenangaben

  • Orientieren Sie sich bei der Gestaltung von Literaturangaben entweder an den Vorgaben des Autors oder dem Kontext. Allgemein und auch in den Geisteswissenschaften wird die Literaturangabe so gestaltet: Nachname, Vorname: Titel. Ort: Verlag Jahr. Eine Auflage wird ggf. als hochgestellte Zahl direkt vor der Jahreszahl eingefügt.
  • In anderen wissenschaftlichen Kontexten ist vor allem das Author-Date System verbreitet. Detaillierte Angaben hierzu finden Sie auch im Chicago Manual of Style. Beispiel: Smith und Blackheart (1990) fassen weitere Erkenntnisse zusammen (Ramones und Blondie, 1978; Jett et al., 1979).
  • Zitieren Sie in Klammern die Angaben in alphabetischer Reihenfolge. Fassen Sie Angaben zusammen, die sich nur der Jahreszahl nach unterscheiden. Beispiel: (Smith und Jones, 1991a,b, 1995; Zither et al., 1978, 1990).
  • Folgen Sie dem Stil des Autors, wenn er konsistent ist. Anderenfalls finden Sie hier Beispiele für die Gestaltung von Verweisen bzw. Quellenangaben:

Zeitschriften
Liu, P. C. und Smith, A. P. (1991). Damage to concrete structures in a marine environment.
Journal of Materials and Structures 24(142), S. 302–307.

Monographien
Taylor, H. F. W. (1990). Cement Chemistry, 2. Auflage, Academic Press, London, Vol. 2, S.
390–394.
Taylor, H. F. W. (1990). Properties of slurries. In: Cement Chemistry (eds D. W. Smith and
A. Jones), 2. Auflage, Academic Press, London, Vol. 2, S. 390–394.

Sammelbände
Collins, F. G. und Kirk, G. A. (1994). Electrochemical removal of chlorides from concrete.
Proceedings of the International Conference on the Rehabilitation of Concrete
Structures, Paris (eds D. W. Smith and F. Lewis). Thomas Telford, London, S. 2–30.
Bloggs, J., Taylor, H. F. W. und Diamond, S. (1997). Properties of concrete. Proceedings of
the 9th International Conference on Soil Mechanics.
Dundee, S. 22–28.

Telefonnummern

  • Gliedern Sie Telefonnummern gemäß DUDEN: 089 1234567, 089 1234567-89, +49 89 1234567

Währungen

  • Benutzen Sie Ziffern zur Darstellung von Währungsbeträgen. Schließen Sie die Einheit der Währung mit einem Festabstand bzw. ggf. geschützten Leerzeichen an. Beispiele: 1,00 £, 20 €, 5 000 US$
  • Wenn die Währung der Zielgruppe unbekannt sein könnte oder sie in mehreren Ländern verwendet wird, stellt man der Währung in Großbuchstaben des jeweiligen Landes voran. Beispiele: C$ (Kanadischer Dollar), E£ (Ägyptisches Pfund). Schreiben Sie die Währung im Zweifelsfall beim ersten Mal aus und kürzen dann ab (siehe auch: Abkürzungen).
  • Ohne Zusätze meinen £ und $ das britische Pfund und den US-Dollar.

Wissenschaft
(siehe auch ‚Zahlen und Ziffernʻ)

  • Hier erfolgt nur eine Darstellung der wichtigsten Aspekte. Beachten Sie die Normen jedes Faches und orientieren Sie sich an einschlägigen Publikationen.
  • Gesetze etc. werden nicht großgeschrieben. Beispiele: Newtons erstes Bewegungsgesetz, NICHT Newtons Erstes Bewegungsgesetz.
  • Chemie:
  • – Bindestriche und Klammern haben spezifische Bedeutungen – ändern Sie nichts, wenn Sie nicht mit der Nomenklatur vertraut sind.
  • – Auf Kommata in Namen von Verbindungen etc. folgt kein Leerzeichen.
  • – Einige Angaben werden kursiv gesetzt – folgen Sie der Verwendung des Autors/Kunden.
  • – Stellen Sie sicher, dass hoch- und tiefgestellte Zeichen in Formeln korrekt dargestellt werden. Beispiele: (S,S)-trans-(R,R)-trans-1,2-Dichlorocyclopentane, CO2, H2O, Mg2+.
  • Mathematik:
  • – Variablen werden kursiv gesetzt
  • – Vor uns nach Operatoren (+, –, =, …) steht ein Leerzeichen.
  • – Klammern werden in dieser Reihenfolge gesetzt: {[( …)]}
  • – Die Zeichen > und < werden vor einer einzelnen Zahl ohne Leerzeichen gesetzt, innerhalb einer Ungleichung jedoch mit Leerzeichen. Beispiele: x-Achse, x + y = z, a = [b + (sin c)]/(d + e), >25, x > 2 + y.
  • • Medizin:
  • – Prüfen Sie, dass Medikamentennamen korrekt geschrieben sind.
  • – Prüfen Sie, dass Dosierungen keine offensichtlichen Fehler enthalten (z. B. durch ein falsch platziertes Komma).
  • Taxonomie (Biologie):
  • – Orientieren Sie sich in Zweifelsfällen an den internationalen Regelwerken zur Nomenklatur oder halten Sie über das Wordy Nachrichtensystem Rücksprache mit dem Autor/Kunden.

Zahlen und Ziffern

  • Die Zahlen von eins bis zwölf werden ausgeschrieben, größere Zahlen als Ziffern. Beides kann innerhalb eines Satzes vorkommen. Beispiel: Er hatte zwei Tage Zeit, um 10 000 Euro zu beschaffen.
  • Zur Gliederung wird ein Festabstand benutzt: 2 000 oder 1 690 000. Alternativ ist auch ein Punkt zur Gliederung üblich.
  • Zahle ab einer Million können auch je nach Kontext wie folgt geschrieben werden: 1 500 000, 1,5 Millionen, 1,5 . 106.
  • Bei Prozentzahlen werden in der Regel immer Ziffern und das Prozentzeichen verwendet. Zwischen Ziffer und Prozentzeichen steht ein Festabstand. Beispiel: 3,6 %
  • Einheiten werden durch einen Festabstand von den Ziffern getrennt. Beispiele: 60 kg, 4 cm, 15 t, 10 m/s2
  • Einheiten werden nur dann mit einem Bindestrich an die Ziffer gekoppelt, wenn es sich um eine Zusammensetzung handelt und dann der komplette Begriff durchgekoppelt werden muss. Beispiel: Er nahm eine 50-mg-Dosis. Wenn möglich sollten diese Fügungen aber vermieden werden.

Abschnitt 4 Grammatik

Nebensätze

  • Achten Sie auf den korrekten Anschluss von Nebensätzen sowie die korrekte Zeichensetzung (auch das Komma, das den Nebensatz schließt).
  • Achten Sie in Relativsätzen auf das korrekte Relativpronomen, insbesondere bei den Relativpronomen „wo“ und „was“.

Singular und Plural

  • Achten Sie auf die korrekte Verwendung des Plurals, gerade bei Fremdwörtern. Beispiele: Status/Status, Antibiotikum/Antibiotika, Kriterium/Kriterien etc.

Vergleiche

  • Achten Sie auf die korrekte Verwendung von „als“ und „wie“ bei Vergleichen.

Abschnitt 5 Rechtschreibung und Wortwahl

Ableitungen von Personennamen

  • Ableitungen von Personennamen können entweder kleingeschrieben werden (z. B. „die grimmschen Märchen“) oder – um den Personennamen hervorzuheben – mit Apostroph geschrieben werden (z. B. „die Grimmʼschen Märchen“). Wichtig ist, diesbezüglich innerhalb eines Textes Konsistenz herzustellen.

Anredepronomen

  • Die Anredepronomen „du“ und „ihr“ können mit allen ihren Deklinationsformen in Briefen und Urkunden klein- oder großgeschrieben werden; wichtig ist Konsistenz.

Fremdwörter

  • Die Endungen „é“ bzw. „ée“ in einigen Fremdwörtern können künftig durch „e“ bzw. „ee“ ersetzt werden (z. B. „Exposé“ oder „Exposee“, „Varieté“ oder „Varietee“)
  • In allen Wörtern mit dem Stamm „graph“, phon“, „phot“ kann die Verbindung „ph“ durch „f“ ersetzt werden (z. B. „Graphologe“ oder „Grafologe“, „Phonem“ oder „Fonem“)
  • Englische Nomen, die auf -y enden, bilden den Plural durch Anhängen eines -s (z. B. „Hobby“ und „Hobbys“)
  • Wörter mit den Endungen „-tial“ und „tiell“ können mit „z“ geschrieben werden, wenn es verwandte Wörter mit „z“ gibt (z. B. „Differential“ oder „Differenzial“,„essentiell“ oder „essenziell“).
  • In allen Fällen ist die konsistente Verwendung innerhalb eines Textes entscheidend.

Rechtschreibung, allgemeine Hinweise

  • Das „ß“ steht nach einem langen Vokal (z. B. „Gruß“) oder einem Diphtong (z. B. „heißen“). Es steht „ss“ anstatt „ß“ nach einem kurzen Vokal (z. B. „Fluss“ oder „Missverständnis“).
  • In folgenden Fällen sind zwei Schreibweisen korrekt, wichtig ist jedoch, innerhalb eines Textes diesbezüglich Konsistenz herzustellen:

an Stelle oder anstelle
auf Grund oder aufgrund
auf Seiten oder aufseiten
außer Stand(e) oder außerstand(e)
im Stande oder imstande
in Frage oder infrage
in Stand oder instand
mit Hilfe oder mithilfe
nach Hause oder nachhause
so dass oder sodass
von Seiten oder vonseiten
zu Grunde oder zugrunde
zu Gunsten oder zugunsten
zu Hause oder zuhause
zu Lasten oder zulasten
zu Leide oder zuleide
zu Ungunsten oder zuungunsten
zu Wege oder zuwege

Tageszeiten

  • Tageszeiten, die auf „vorgestern“, „gestern“, „heute“, „morgen“, „übermorgen“ folgen, werden großgeschrieben. Beispiele: „gestern Abend“, „morgen Vormittag“.
  • Die Verbindung von Wochentag und Tageszeiten wird immer zusammengeschrieben. Beispiele: „Dienstagmorgen“, „Samstagabend“.

Wortwahl bei Übersetzungen
Wenn Sie einen übersetzten Text lektorieren, achten Sie besonders auf:

  • Homonyme. Beispiel: Bank (Geldinstitut oder Sitzgelegenheit)
  • Homophone. Beispiele: Meer, mehr
  • False friends. Beispiel: sensibel (‚sentitiveʻ auf Englisch)

Abschnitt 6 Zeichensetzung

Folgen Sie dem Stil des Kunden/Autors, solange es regelkonform und konsistent ist.
In Zweifelsfällen oder wenn es kein einheitliches Muster gibt, halten Sie sich an die
folgenden Regeln:

Apostrophe

  • Apostrophe finden im Deutschen nur Verwendung, um ausgelassene Buchstaben – vor allem in wörtlicher Rede – zu kennzeichnen.
  • Werden Begriffe aus dem Englischen übernommen, sind ggf. auch Apostrophe zu setzen. Beispiel: Dos and donʼts

Auslassungen

  • Auslassungen werden innerhalb von Zitaten durch drei Auslassungspunkte gekennzeichnet, die zudem in eckige Klammern gesetzt sein können.

Bindestriche

  • In Zusammensetzungen mit Ziffern wird ein Bindestrich gesetzt (z. B. „8-Zylinder“, „6-monatig“).
  • Längere Zusammensetzungen können mithilfe eines Bindestrichs übersichtlicher gestaltet werden (z. B. „Fußballbundestrainer“ oder „Fußball-Bundestrainer“). Stehen in einer Fügung mehrere Wörter oder Buchstaben vor einem substantivischen oder substantivierten Grundwort, so wird die ganze Fügung durch Bindestriche verbunden (z. B. „Heinrich-Heine-Allee“ oder „das Aus-der-Haut-Fahren“).
  • Drei gleiche, aufeinanderfolgende Buchstaben in Zusammensetzungen bleiben erhalten, unabhängig davon, ob es sich um Konsonanten oder Vokale handelt. Beispiele: „Teeei“, Schifffahrt“ oder „Kaffeeernte“. Bei unübersichtlichen Zusammensetzungen aus zwei Substantiven kann aber ein Bindestrich gesetzt werden. Ob diese Möglichkeit genutzt werden sollte, hängt von der Wortwahl und der Zielgruppe ab (bei Fachbegriffen auf keinen Fall einen Bindestrich einfügen!). Wichtig ist auch die Konsistenz innerhalb eines Textes.

Doppelpunkte

  • Ein Doppelpunkt weist auf den sich anschließenden Satz(teil) oder eine Aufzählung, Liste, Definition o. Ä. hin.
  • Achten Sie auf die Groß-/Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt: Steht nach dem Doppelpunkt ein vollständiger Satz, wird der Anfang großgeschrieben, sonst klein.

Gedankenstriche

  • Achten Sie an entsprechenden Stellen auf die korrekte Verwendung der längeren Gedankenstriche statt der kurzen Bindestriche.

Klammern

  • Normalerweise werden runde Klammern benutzt, eckige Klammern zeigen Änderungen am Text oder Hinweise des Autors an.
  • In wissenschaftlichen und insbesondere mathematischen Texten wird den üblichen Konventionen gefolgt.

Kommata

  • Hauptsätze, die durch „und“ bzw. „oder“ verbunden sind, können durch ein Komma getrennt werden. Wichtig ist, dass diesbezüglich innerhalb eines Textes Konsistenz hergestellt wird.
  • Bei Infinitivgruppen muss ein Komma gesetzt werden, wenn …
  • - … die Infinitivgruppe mit „als“, „(an)statt“, „außer“, „ohne“ oder „um“ eingeleitet wird.
  • - … wenn die Infinitivgruppe von einem Substantiv abhängt.
  • - … wenn die Infinitivgruppe durch ein hinweisendes Wort angekündigt wird (Beispiel: „Ich bin dagegen, sofort eine Entscheidung zu treffen.“)
  • In allen anderen Fällen kann bei einer Infinitivgruppe ein Komma gesetzt werden. Zur Gliederung des Satzes und der damit verbundenen besseren Lesbarkeit empfiehlt es sich in den meisten Fällen, das Komma zu setzen. Wichtig ist, dass diesbezüglich innerhalb eines Textes Konsistenz hergestellt wird.

Semikola

  • Ein Semikolon teilt einen komplexen Satz, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Die Teile vor und nach dem Semikolon sind aber inhaltlich zusammenhängend.
  • Semikola werden im Deutschen selten verwendet; wenn sie nicht ausdrücklich vom Kunden gewünscht sind, können stattdessen auch Satzschlusspunkte oder ggf. auch Gedankenstriche verwendet werden.

Silbentrennung

  • Das Trennungsverbot für „st“ wurde aufgehoben, es wird nun ausschließlich gemäß den ‚gesprochenenʼ Silben getrennt (z. B. „Mus-ter“, „Kis-te“, „ges-tern“).
  • Bei Worttrennung wird das „ck“ nun immer in die nächste Zeile genommen (z. B. „Bäcker“, „De-cke“).

Zitate

  • Achten Sie darauf, dass bei Zitaten auch die Zeichensetzung exakt mit dem Original übereinstimmt.
  • Ändern Sie ggf. den einleitenden oder anschließenden Satz, um grammatikalische Korrektheit zu erlangen, aber niemals das Zitat.

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